NEU: Studie 2018

Anna-Maria Scholz

B.Sc. Psychologie

Wir wollen herausfinden, was der größte Hebel für ein erfolgreiches Matching ist - mittels verschiedener Matching-Ansätze bezüglich der Persönlichkeit und Präferenzen der Teilnehmer. 

Dafür wird von Februar bis August 2018 eine Studie im Rahmen einer Masterarbeit am Lehrstuhl für psychologische Methodenlehre und Diagnostik der Ludwig-Maximilians-Universität München und in Zusammenarbeit mit der Chemistree GmbH durchgeführt.

Die Teilnehmer erhalten die einmalige Gelegenheit, kostenlos auszuprobieren, wie Matching funktioniert. Und sie bekommen ihr ganz individuelles Match gemäß ihrer Präferenzen: Ob sie ihr Netzwerk in einem bestimmten Bereich erweitern wollen oder sich zu ihren Interessen austauschen möchten, entscheiden sie.

 

Rosmarie Steininger

Geschäftsführerin, Chemistree GmbH

 

"Ähnlichkeit oder Diversität: Was ist wichtig, damit die Chemie beim ersten Treffen stimmt? Und was ist für einen langfristigen Erfolg im Tandem entscheidend? Wie groß ist die Abhängigkeit von Rahmenbedingungen? Das wollen wir in dieser Studie herausfinden!"

Prof. Dr. Markus Bühner

Lehrstuhlinhaber psychologische Methodenlehre und Diagnostik, LMU München

PD Dr. Felix Schönbrodt

Lehrstuhl für psychologische Methodenlehre und Diagnostik, LMU München

"Die Frage des Matchings ist ein spannendes Forschungsfeld, in dem bei Weitem noch nicht alle Fragen beantwortet sind. Erste Befunde sind sehr vielversprechend, aber über viele Faktoren eines gelungenen Matchings weiß man noch erstaunlich wenig. Mit ihrer Teilnahme an der Studie unterstützen Sie aktiv aktuelle Forschung zu dem Thema!"

Ablauf der Studie

 

  1. Erster Fragebogen
    • Bearbeitungszeit: ca. 20 Minuten
    • Dient als Grundlage, um das passende Match für Sie zu finden
       
  2. Persönliches Treffen
    • Zeitraum: 8. April - 6. Mai 2018
    • Ort und Zeit: individuelle Vereinbarung über E-Mail
    • Gesprächsleitfaden zum Download
    • Dauer des Treffens: 30-60 Min.
       
  3. Zweiter Fragebogen
    • Bearbeitungszeit: ca. 20 Min.
    • Dient der Evaluation des Treffens

 

Datenschutz

Die Teilnahme an der Studie erfolgt selbstverständlich freiwillig. Sämtliche Angaben werden in pseudonymisierter Form gespeichert, sodass kein Rückschluss auf Ihre Person möglich ist. Die in der Studie entstandenen Daten werden ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken erhoben und verarbeitet und nicht an Dritte weitergegeben.

Wenn Sie dies möchten, können Sie für die Registrierung eine anonyme eMail-Adresse nutzen.

Hintergrund

Wir bauen mit unserer Studie auf wissenschaftlicher Vorarbeit auf den Gebieten Mentoring und Beziehungsqualität auf. Den Stand der Wissenschaft haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Zwischenmenschliche Beziehungen bilden das Fundament für unser Wohlbefinden, unsere Belastbarkeit und die täglichen Lernerfahrungen (Roffey, 2012). Mentoring gilt dabei zum Beispiel als eine Beziehungsart, bei der ein erfahrener Mentor einem weniger erfahrenen Mentee Chancen des Lernens, der Unterstützung und Anleitung aufzeigt und anbietet. Forschung in diesem Bereich konnte aufzeigen, dass die Ähnlichkeit zwischen Mentor und Mentee in Persönlichkeit, Werten und Einstellungen in starker Verbindung mit dem Erfolg eines Mentoring-Programms steht (Eby et al., 2013; Ghosh, 2014; Menges, 2015). Damit gehen insbesondere eine erhöhte Unterstützung bei der Zielerreichung (instrumentelle Unterstützung), eine erhöhte persönliche und emotionale Weiterentwicklung (psychosoziale Unterstützung), sowie eine bessere Beziehungsqualität einher. Instrumentelle Unterstützung, psychosoziale Unterstützung und die Beziehungsqualität stehen wiederum in einem positiven Zusammenhang mit der Zufriedenheit über die Erfahrung. Je größer die instrumentelle und psychosoziale Unterstützung, umso höher ist auch die berichtete Lernerfahrung.

Auch andere Forschungsbereiche geben Hinweise darauf, dass die persönliche Ähnlichkeit zwischen den beiden Beziehungsparteien eine fundamentale Rolle spielt. Im Rahmen der Arbeitsbeziehung zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter steht die Ähnlichkeit in Zusammenhang mit der Beziehungsqualität (Bernerth, Armenakis, Feild, Giles, & Walker, 2008). Bei Freundschaftsbeziehungen wird die Initiierung und Aufrechterhaltung einer Freundschaft mit dem Ausmaß der Ähnlichkeit in der Persönlichkeit der beiden Beziehungsbeteiligten assoziiert (Harris & Vazire, 2016; Youyou, Stillwell, Schwartz, & Kosinski, 2017). Diese Forschungsergebnisse lassen sich auf das Ähnlichkeits-Attraktivitäts-Paradigma von Byrne (1971) zurückführen. Es besagt, dass Personen attraktiver erscheinen, wenn sie einem selbst ähnlich sind.

Zudem ist nicht nur die Ähnlichkeit zwischen den beiden beteiligten Beziehungspersonen ein wichtiger Faktor, sondern auch das Bewusstsein über diese Ähnlichkeit. Der Attraktivitätseffekt ist umso höher, je ähnlicher sich zwei Personen sind und je präsenter diese Ähnlichkeit ist (Montoya & Horton, 2013). Die Ähnlichkeit kann zum Beispiel dadurch deutlich gemacht werden, indem Personen Informationen darüber erhalten, in welchen Bereichen eine Ähnlichkeit besteht.

Neben der Persönlichkeit gibt es noch viele weitere Variablen, die Einfluss auf den Erfolg von Beziehungen und eine erfolgreiche Zusammenarbeit ausüben, wie zum Beispiel Alter, Geschlecht, kultureller Hintergrund oder berufliche Erfahrungen. Wie dyadische Beziehungen oder auch Teams zusammengesetzt werden sollen und welche Aspekte der Diversität dabei zu berücksichtigen sind, ist von verschiedenen Kriterien abhängig. An dieser Stelle spielt insbesondere die Aufgabe und das Ziel, das mit dem Match erreicht werden soll, eine ausschlaggebende Rolle.

 

Literatur

Bernerth, J. B., Armenakis, A. A., Feild, H. S., Giles, W. F., & Walker, H. J. (2008).
The Influence of Personality Differences Between Subordinates and Supervisors on Perceptions of LMX. Group & Organization Management, 33(2), 216-240.

Byrne, D. E. (1971). The attraction paradigm (Vol. 11): Academic Press.

Eby, L. T., Allen, T. D., Hoffman, B. J., Baranik, L. E., Sauer, J. B., Baldwin, S., . . . Evans, S. C. (2013).
An interdisciplinary meta-analysis of the potential antecedents, correlates, and consequences of protege perceptions of mentoring. Psychological Bulletin, 139(2), 441-476. doi:10.1037/a0029279

Ghosh, R. (2014).
Antecedents of mentoring support: a meta-analysis of individual, relational, and structural or organizational factors. Journal of Vocational Behavior, 84(3), 367-384. doi:10.1016/j.jvb.2014.02.009

Harris, K., & Vazire, S. (2016).
On friendship development and the Big Five personality traits. Social and Personality Psychology Compass, 10(11), 647-667. doi:10.1111/spc3.12287

Menges, C. (2015).
Toward Improving the Effectiveness of Formal Mentoring Programs. Group & Organization Management, 41(1), 98-129. doi:10.1177/1059601115579567

Montoya, R. M., & Horton, R. S. (2013).
A meta-analytic investigation of the processes underlying the similarity-attraction effect. Journal of Social and Personal Relationships, 30(1), 64-94.

Roffey, S. (2012).
Positive Realtionships: Evidence-based practice across the world. Dordrecht: Springer.

Youyou, W., Stillwell, D., Schwartz, H. A., & Kosinski, M. (2017).
Birds of a Feather Do Flock Together: Behavior-Based PersonalityAssessment Method Reveals Personality Similarity Among Couples and Friends. Psychological Science, 28(3), 276-284. doi:10.1177/0956797617697667

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