Carl-August Graf v. Kospoth (1965-2017)

Als Vorstand der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG &
der BMW Foundation Herbert Quandt, Februar 2017

„Im Jahr 2012 stand die Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG vor einer Herausforderung: In ihrem Projekt Lehr:werkstatt arbeiten Tandems aus Lehrkräften und Lehramtsstudierenden über ein Schuljahr hinweg studienbegleitend zusammen. Die Bewerberzahlen stiegen innerhalb kurzer Zeit so stark an, dass ein manueller Prozess für die Zusammenstellung der Tandems und die Teilnehmerbetreuung in der gewünschten Qualität nicht mehr möglich war.

Um dennoch möglichst vielen Bewerbern die Teilnahme ermöglichen zu können, und das ohne Abstriche bei der Qualität der Tandems, entwarf Rosmarie Steininger – damals Projektleiterin des Projekts Lehr:werkstatt der Stiftung – auf Grundlage ihrer langjährigen Erfahrung in der Algorithmen-Entwicklung bei der BMW AG ein automatisiertes Matching-Verfahren und setzte es gemeinsam mit IT-Partnern um. Dadurch konnten viele aufwendige Arbeitsschritte beim Auswahlprozess automatisiert werden, und dies individuell, schnell und mit sehr gutem Ergebnis.

Nach der Entwicklung wurde das Matching-Verfahren erfolgreich im Projekt Lehr:werkstatt eingesetzt. In der Erprobungsphase wurden nach wie vor persönliche Auswahlgespräche durchgeführt und mit den Ergebnissen des Matching-Verfahrens verglichen. Es zeigte sich, dass keines der rund 100 vom Matching-Verfahren vorgeschlagenen Teams geändert werden musste – die Matches passten perfekt. Dies hat eine wissenschaftliche Evaluation gezeigt – und dies beweisen auch die überaus stabilen Tandems: Im Schuljahr 2014/15 beispielsweise sind nur drei von 183 Tandems aufgrund von Problemen in der Zusammenarbeit auseinander gegangen: weniger als 2% gegenüber 20-30% bei vergleichbaren Programmen. Daher greift die Stiftung – jetzt die BMW Foundation Herbert Quandt –  ausschließlich auf das Matching-Verfahren für die Zusammenstellung der neuen Tandempartner zurück.

Zielsetzung der Stiftung war von vorne herein, das Verfahren nicht nur für sich selbst zu nutzen, sondern es offen für andere Anwendungen zu gestalten. Daher sehen wir es mit Freude, dass Chemistree nun die Matching-Verfahren weiterentwickelt und einem breiten Anwenderkreis zur Verfügung stellt.“

 

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